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Geschichte.


Cape Coral, Florida.         Cape Coral, Florida.

Forscher nehmen an, dass die indianischen Ureinwohner Nordamerikas vor etwa 30 000 bis 10000 Jahren - am Ende der letzten Eiszeit - von Nordasien aus über die seinerzeit bestehende Bering-Landbrücke nach Nordamerika vordrangen. Die in mehreren Schüben und in unterschiedlicher ethnischer Zusammensetzung eingewanderten Gruppen entwickelten eigene Kulturen.
Vor zirka 12 000 bis 10 000 Jahren tauchten die ersten nomadisierenden Fischer, Jäger und Sammler auf der Halbinsel Florida auf. Zahlreiche Quellen, fischreiche Seen und Flüsse, seichte Lagunen, Buchten voller Muscheln und anderer Meerestiere, eine üppige Vegetation und ein reicher Wildbestand boten das ganze Jahr über günstige Lebensbedingungen. Älteste menschliche Spuren hat man südlich von Sarasota bei Warm Älteste Mineral Springs entdeckt und auf ein Alter von 10 000 Jahren datiert. Funde bei Titusville ist ein ca. 8000 Jahre alter Lagerplatz nachgewiesen.

Ankunft der ersten Europäer.

Im frühen 16.Jh., als erste Entdeckungsreisende aus Europa die Halbinsel Florida auskundschafteten, lebten hier ca. 100 000 indianische Ureinwohner, die sich in mehrere Völker untergliederten. In Nord-Florida wohnten die Apalachee und die Timuacan als Ackerbauern. Die Südwestküste war das Territorium der kriegerischen Calusa. Sie lebten hauptsächlich vom Fischen und der Jagd. Mit ihren Kanus wagten sie sich bis nach Kuba. An der Südostküste lebten zahlreiche kleinere Stämme, darunter die Tequesta, Mayaimi und Jeagas. Sie lebten vom Fischen im Atlantik und der Jagd in den Sümpfen.
Im 16. und 17. Jh. wurde die indianische Bevölkerung vor allem durch die in die Neue Welt vordringenden Spanier, Franzosen und Engländer dezimiert. Viele Indianer fielen den von Europäern eingeschleppten Krankheiten (bes. Grippe) zum Opfer. Im 18. Jh. verließen letzte größere Gruppen der Timucua und Apalachee Florida zusammen mit den sich nach Kuba zurückziehenden Spaniern.


Was bedeutet das Wort Florida?

In Anlehnung an das spanische Osterfest Pascua-Florida nannte Juan Ponce de Leon da von ihm am Ostersonntag des Jahres 1513 gesichtete neue Land La Florida.

Bevölkerung.

Noch zu Beginn des 20. Jh. lebten in Florida nur 528 542 Menschen, heute sind es mehr als 14 Mio. Der gigantische Bevölkerungszuwachs erfolgte fast ausschließlich durch Zuwanderung, wobei sich der Siedlungsschwerpunkt im 20. Jh. in den Süden verschob, in dem heute rund 80 % der Bevölkerung leben. Jacksonville hatte 1900 28 000 Einwohner, die Städte Pensacola, Key West und Tampa jeweils 17 000. Miami Beach war eine heruntergewirtschaftete Kokosnussfarm, bis Carl Fisher 1912 das Gelände zum Bau von Häusern und Hotels parzellieren ließ. Heute hat der Ballungsraum mit 3,3 Mio. Menschen etwa so viele Einwohner wie Berlin.
Hunderttausende kamen aus den Karibikstaaten und aus Mittelamerika, zuerst auf der Suche nach Arbeit und Wohlstand, nach dem Sieg der kubanischen Revolution 1959 auch als politische Emigranten. Bürgerkriege und Wirtschaftsprobleme in vielen mittelamerikanischen und karibischen Staaten haben den Strom der Flüchtlinge seither nicht abreißen lassen. Inzwischen sind über 50 % der Einwohner von Miami lateinamerikanischer Abstammung, landesweit nähert sich ihr Anteil 75 %. Zahlreiche spanischsprachige Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehstationen tragen dazu bei, dass in manchen Teilen des Landes Englisch zur Zweitsprache wurde. Spanglisch wird das Gemisch aus Spanisch und Englisch genannt, das häufig als Umgangssprache herauskommt.
So großer Beliebtheit sich Florida als Domizil von Rentnern erfreut, so ist es doch keineswegs ein Seniorenpark. Pensionäre wie Touristen sind auf Dienstleistungen angewiesen, die zumeist von jungen Menschen erbracht werden. Ihr Anteil - 56 % aller Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungssektor - und die vielen Studenten an den Hochschulen des Bundesstaates normalisieren die Altersstruktur.
Im Dienstleistungssektor schließlich fanden auch die letzten Indianer ihr Auskommen. Am Tamiami Trail leben rund 360 Miccosukee-Indianer, die wie die Seminolen von den Creek abstammen, aber eine eigene Sprache sprechen und eine eigene Nation bilden. Die wirtschaftliche Grundlage ihres Lebens ist der Tourismus. Die heute knapp 2000 Seminolen, deren Vorfahren in den Everglades überlebt hatten, schlossen sich 1957 zum Seminole Tribe of Florida zusammen. Ihr Haupteinkommen erzielen sie aus dem Tourismus sowie dem Betrieb von Bingo-Hallen und Kasinos. Im Jahre 1990 erhielten die Seminolen von der US-Regierung 50 Mio. Dollar für 120 000 km² Land, die ihnen seit 1823 geraubt worden waren.
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